Achtsamkeitsbasierte Psychotherapie (MBCT)

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Veränderungen im Erleben, die z.B. zu depressiven Verstimmungen führen, passieren oftmals aufgrund von Bewertungen, die wir unserem Verhalten und den Reaktionen der Umwelt darauf zugrunde legen: ich bin schlecht, fehlerhaft, faul, unbegabt, uninteressant usw.

In der achtsamkeitsbasierten Psychotherapie werden diese (meist inneren) Sichtweisen mit den Augen einer achtsamen Grundhaltung betrachtet:  absichtsvoll - ohne Bewertung, -im gegenwärtigen Moment ihres Entstehens d.h. mit der Grundhaltung der Akzeptanz

Wenn ich eine akzeptierende Grundhaltung mir und den Sichtweisen gegenüber einnehme, heisst dies, die Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind.

 

Abstand von Gedanken

Jede und jeder von uns hat eine «Denkmaschine» im Kopf, die ununterbrochen Gedanken produziert. Viele Gedanken sind nützlich und helfen uns, mit unserer Umwelt zurecht zu kommen. Aber manchmal helfen uns unsere Gedanken nicht. Sie sind absurd, einseitig, unnütz oder schlichtweg falsch. Würden wir unserer Denkmaschine und jedem Gedanken, den sie hervorbringt, auf den Leim gehen, kämen wir arg in Nöte.

Deshalb hilft die achtsamkeitsbasierte Psychotherapie, mit schwierigen Gedanken so umzugehen, dass diese keine zerstörerische Macht über uns und unser Leben haben. Wir können ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass das, was uns durch den Kopf geht, Gedanken sind, nicht mehr und nicht weniger. Manche Gedanken sind zutreffend, andere wiederum nicht. Manche sind hilfreich, andere nicht.

Indem wir uns aus der Verschmelzung mit problematischen Gedanken lösen, verlieren sie Macht über uns und über unser Verhalten.

Nicht selten verselbstständigen sich diese Gedanken, drehen sich im Kreise herum und graben sich ein in ein ganzes System von Grübeleien und Fixierungen. Durch meditative Übungen lehrt uns die achtsamkeitsbasierte Psychotherapie, aus dieser Gedankenschleife auszusteigen und uns in anderem, offenerem und wirklichkeitsnaherem Erleben zu verankern.
 

Bild auswählenDer Moment – der Augenblick

Unser Verstand beschäftigt sich mit Vorliebe damit, die Vergangenheit zu analysieren oder die Zukunft vorherzusagen und Pläne zu schmieden.

Wenn wir aber mit den Gedanken ständig woanders sind, bekommen wir viel zu wenig davon mit, was der gegenwärtige Moment, das Hier und Jetzt zu bieten hat. Wir sind wenig aufmerksam und verpassen dadurch viele Gelegenheiten dafür, was sich direkt vor unseren Augen und Ohren abspielt.

Die achtsamkeitsbasierte Psychotherapie setzt verschiedene Methoden ein, um uns wieder in Kontakt mit den gegenwärtigen Momenten zu bringen. So werden Übungen, die unter der Bezeichnung «Achtsamkeit» (mindfulness) mittlerweile in vielen therapeutischen Ansätzen Eingang gefunden haben, angeboten.
 

Rückfallvorbeugung bei Depressionen

MBCT (Mindfulness-based Cognitive Therapy) ist ein Therapieprogramm zur Vorbeugung von Depressionen bei Menschen, die bereits zwei oder mehr depressive Episoden erlitten haben und daher unter einem erhöhten Risiko künftiger Episoden stehen. In MBCT werden die eigenen depressionsfördernden Gedanken- und Verhaltensmuster erkannt und ohne Bewertung und Ängste akzeptiert.

Dieser neue Umgang mit den alten Reaktionsmustern hat eine tiefgreifende Wirkung und führt zu einer verbesserten Fähigkeit, auch bei ungünstigen Lebensumständen nicht in Grübeleien zu verfallen. MBCT ist nach den Mustern von MBSR entwickelt worden und besteht aus intensiver Achtsamkeitspraxis.

Gerade jetzt geht ein Moment vorbei. Wir müssen
dieser Moment sein.
Paul Cézanne 



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